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Diorama "Spremberg 1945"
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"Spremberg 1945"
Führer-Begleit Division, Ostfront April 1945

 

Verwendetes Material:

  • Dragonbausatz #6221
  • Gips-Ruine (Ebay)
  • Tamiyafigurensatz #201
  • Tamiyafigurensatz #184
  • Dragonfigurensatz #6191
  • Dragonfigurensatz #6240
  • Dragonfigurensatz #6158
  • Balsaholz, Modelierton, Seramis für Schutthaufen

Gallerie:  http://modellbau-schwabe.de.tl/Gallerie/kat-22.htm


Baubericht
 

Kessel von Spremberg, Ostfront April 1945

 

Die optimale Präsentation für Militär-Fahrzeuge, gleich welchen Maßstabs, ist meiner Meinung nach ein Diorama oder eine Vignette. Dies ermöglicht es, dem Modell mehr Leben einzuhauchen und auch zu zeigen, wann und wie das Fahrzeug eingesetzt wurde. Zudem wirken Staub und Dreck in Kombination mit einem passenden Untergrund noch besser.

Bereits während des Bau des Fahrzeugs, in diesem Fall des Sd.Kfz.234/4 Panzerspähwagens von Dragon, machte ich mir über die spätere Darstellung Gedanken.  Die Tatsache, dass dieser Fahrzeugtyp erst im Dezember 1944 an die Front kam, engte die Möglichkeiten ein wenig ein. Nach etwas Recherche darüber, welche Einheiten nachweislich das Sd.Kfz.234/4 im Bestand hatten, entschied ich mich für die Darstellung eines Fahrzeugs der Aufklärungs-Kompanie 102 der „Führer-Begleit-Division“. Diese Wehrmachtseinheit erhielt die Fahrzeuge nachweislich kurz vor ihrem letzten Einsatz im Kessel von Spremberg, in welchem die Einheit letztendlich auch vernichtet wurde.

 

Die Szene:

Das Diorama zeigt eine fiktive Szene aus dem Stadtgebiet von Spremberg im April 1945, als die Stadt von russischen Truppen eingeschlossen wurde. Der Panzerspähwagen der Aufklärungskompanie 102 hat neben einer Kirchenruine Halt eingelegt. Am Rohr des 7,5cm Geschützes zeugen Stoffstreifen von den Abschüssen zweier russischer Panzer. Durch die Trümmerberge hindurch bewegt sich eine Infanteriegruppe der „Führer-Begleit-Division“ (ein Schwesterverband der Division „Großdeutschland“, daher entsprechende Ärmelbänder auf den Uniformen!) auf ihre neuen Abwehrstellungen zu. Die Gesichter der Grenadiere zeugen von der Hoffnungslosigkeit, während die Crew des Spähwagens gebannt den Horizont nach russischen Schlachtfliegern absucht.

 

Das Diorama:

Das Fahrzeug war bereits fertig gestellt, als die Idee mit dem Diorama ihren Anfang nahm. Recherchen-Material war zum Thema „Spremberg“ recht wenig zu finden, also lies ich meiner Fantasie freien Lauf. Ziel war es, eine typische Szene darzustellen, die die letzten Tage der Wehrmacht und des 3. Reiches zeigt.

Da ich zuvor noch keine Stadt-Szene dargestellt hatte, wollte ich mich dieses mal an einer solchen versuchen. Grundlage den Ganzen war eine fertige Dioramen-Basis samt Kirchenruine aus Gips, welche ich im Internet erstand. Der Hersteller ist mir nicht bekannt. Die fertige Dioramen-Basis ersparte mir vor allem die Arbeit, eine Straße aus Pflasterscheinen selber herzustellen.

Die Gipsteile waren zwar schön strukturiert, erforderten jedoch ein wenig Nacharbeit, da die Gebäudeteile alle leicht schräg waren und eben und glatt geschliffen werden mussten. Diese Arbeit ist lediglich etwas staubig, geht aber aufgrund des weichen Materials sehr schnell. Man sollte lediglich aufpassen, nicht zuviel Material abzutragen.

Die Gips-Grundplatte wurde auf einer Presspanplatte gleichen Maßes aufgeklebt, um mehr Stabilität zu gewährleisten und um das Gipsteil vor Schäden zu bewahren. Nach dem groben Anpassen der Teile (Untergrundplatte, zwei Mauerteile der Kirche und ein Teil für den runden Bereich) wurden diese mit Zwei-Komponenten Kleber miteinander verbunden. Fugen und Spalten wurden mit Spachtelmasse verschlossen und sauber abgeschliffen. Ursprünglich wollte ich den Bereich in der Kirche nicht detaillieren und einfach leer lassen. Da dies jedoch etwas leblos wirkte, habe ich mich dazu entschlossen, auch den Innenbereich der Kirchenruine auszubauen. Hierfür wurden Strukturen der Steine auf die Innenseite übertragen und eingeritzt. Da der Gips sehr weich ist, reichte hierfür ein spitzer Bleistift. Die Strukturierung wurde dabei nur grob an die Vorderseite angepasst, da minimale Ungenauigkeiten später nicht mehr auffallen.

Ich setzte das Fahrzeug versuchsweise auf die Straße und merkte schnell, dass nicht jede Position vorteilhaft ist. Generell sollte man es vermeiden, die Modelle parallel zum Rand des Dioramas zu stellen, ebenso wirkt es realistischer, wenn ein Fahrzeug mit eingeschlagener Lenkung im Winkel zur Straße steht. 

Charakteristisch für zerstörte Bauten sind natürlich immense Schutthaufen im Inneren und vor dem Gebäude. Vorbilder fanden sich zuhauf auf Bildern deutscher Städte zur Zeit des Krieges. Zunächst plante ich, die Schutthaufen nur aus Mörtel, einigen Kunststoff-Backsteinen und Balsaholz-Leisten darzustellen. Doch schnell wurde klar, dass dies nicht überzeugend wirken würde und ich überlegte mir eine Alternative.

Schließlich kam ich zu dem Schluss, dass die  Trümmerberge höher und detaillierter ausfallen müssten, zudem müssten größere Trümmerstücke zu sehen sein, die strukturell zur Kirchenruine passten. Die Lösung war, die Maße eines typischen Steines der Kirchenmauer zu nehmen und diese auf ein Stück Modellier-Ton aus dem Baumarkt oder Bastelladen zu übertragen. Die Teile ließ ich in einem Karton bei 100°C im Backofen trocknen.

Schnell entstand eine große Anzahl passender Steine. Den gleichen Weg ging ich bei der Herstellung der kleineren Backsteine, wie sie am runden Teil der Kirche zu sehen sind. Nachdem ich genug Steine hergestellt hatte, sortierte ich die Steine nach Qualität aus und legte die besten auf die Seite. Einige der Steine wurden direkt auf die erste Trümmerschicht aus Mörtel auf dem Diorama geklebt. Den Rest sammelte ich in einem Stoffbeutel und zerkleinerte die Steine mit dem Hammer, bis schließlich viele undefinierbare Trümmerteile übrig blieben.

Der Innenraum der Kirche wurde mit einem Holzboden aus Balsaholz detailliert, anschließend kam auch hier eine erste Schicht Mörtel und grobe einzelne Trümmerteile hinein. Der Mörtel dient lediglich dazu, dem Trümmerberg mehr Volumen zu geben. Hier und da wurden einzelne Leisten und Bretter aus Balsaholz eingearbeitet, die aus dem Dachgebälk der Kirche stammen sollten. Das Aufbringen der abschließenden Trümmerschicht aus den klein geschlagenen Steinen erfolgte ohne großen Aufwand: Die Trümmer wurden großzügig über den Schuttbergen geschüttet, so dass die  endlos vielen kleinen Stücke zwischen größere Trümmerteile gelangen. Dann wurde ein Gemisch aus Wasser, Holzleim und ein Spritzer Spülmittel (um die Oberflächenspannung des Wassers zu brechen) über die Trümmerteile gegeben. Hierfür ist ein Zerstäuber ideal, es geht aber auch tropfenweise mit Pipette oder Pinsel. Der Ton saugt sich mit der Flüssigkeit voll und verbindet sich zu einer klebrigen Masse, die dann mit der Hand in die Idealform gebracht werden kann. Kleinere Steine und vor allem jene auf der Straße wurden mit Haarlack fixiert. Nach diesen Arbeitsschritten sollte man das Diorama mehrere Tage trocknen lassen.

 

Die Bemalung:

Die Bemalung erfolgte mit Acrylfarben von Tamiya. Ich mischte verschieden schattierte Grautöne an und bemalte die Steine einzeln mit dem Pinsel, um einen zu einheitliches Aussehen  zu verhindern. In jeweils einer Farbe wurden mehrere Steine bemalt, bis die Mauern vollständig bemalt waren. Dabei hielt ich mich an diverse Fotos von Kirchengemäuer (bspw. Kölner Dom). Zu beachten ist beim Bemalen von Gips, dass das Material die Farbe sehr stark aufsaugt und die Farbe deutlich dunkler wird als im feuchten Zustand. Daher mischte ich relativ helle Farben an, um dem Effekt entgegenzuwirken. Nach der Grundbemalung (wobei auch bereits einige einzelne Trümmerteile mitlackiert wurden) versah ich die Oberfläche mit einer Schicht Acryl-Klarlack und brachte ein Washing mit hellgrauer Ölfarbe auf, um die Fugen zwischen den Steinen hervorzuheben. Details wie Einschusslöcher und abgebrochene Mauerstücke wurden mit heller Acrylfarbe dargestellt und mit dunklerer Ölfarbe gewaschen. Nach diesem Vorgang waren die Unterschiede in den Farbtönen der Steine noch etwas zu deutlich, so dass ich mit der Airbrush und einem helleren Grauton sämtliche Oberflächen übernebelte, um die Farbtöne einander anzugleichen. Den rundlichen Backsteinbau der Kirche bemalte ich mit dunkleren Grautönen und fügte einen leichten braun/grün Stich hinzu. Hier wurden die Steine dann mit dunkler Ölfarbe gewaschen.

Die Trümmerteile um die Gemäuer und die Straße wurden nun mit der Airbrush großzügig dunkelgrau und schwarz grundiert, um mehr Tiefe zu erzielen. Die Pflastersteine der Straße wurden auch in verschiedenen Grautönen einzeln lackiert, was später leider aber nicht mehr sichtbar war.

Steine, Trümmerteile und einzelne Steinbrocken wurden mit Grau hervorgehoben, den Abschluss dabei machte ein leichtes Trockenmalen mit grauer Ölfarbe. Danach wurden verschieden große Balsaholz-Stücke auf den Trümmerbergen verteilt. Hierfür wurde das helle Balsaholz zuvor lediglich in stark verdünnter dunkelbrauner Acrylfarbe getaucht, um dem Holz ein älteres Aussehen zu verpassen. Den Holztrümmern und dem Innenraum der Kirche verpasste ich mit der Airbrush und schwarzer Farbe Russ-Spuren; einzelne Spuren davon habe ich auch auf der Außenseite an die Oberkante der Fenster angebracht.

Abschließend wurden die Trümmerberge und die Straße mit mehreren Lagen MIG Pigmente verstaubt, wobei die Töne „African Earth“, „Rubbel Dust“ und „Industrial City Dirt“ Anwendung fanden. Die Straße wurde mit einem Borstenpinsel abgebürstet, so dass der Staub vor allem in den Steinfugen hängen blieb. Ein Überzug aus Mattlack versiegelte das ganze und fixierte auch den Staub. Obwohl die Trümmerhaufen lose wirken, sind diese felsenfest auf dem Diorama befestigt.

Ich versuchte auch das Darstellen kaputter Fenster und Fensterrahmen mit klarem Plastiksheet, diese gelangen aber nicht wie gewünscht, so dass ich darauf verzichtete. Während des Krieges wurden die Fenster der Kirchen sowieso oft entfernt, um die Kunstwerke vor Beschädigungen zu schützen – für mich eine ausreichende Erklärung für das Fehlen der Fenster.

Für das abschließende Finish wurden aus Holzdekorleisten ein Rahmen um das Diorama gebaut und mit Holzlasierfarbe bemalt. Die einzelnen Leisten wurden lediglich mit Holzleim an die Spanplatte geklebt und mit einem passenden Schriftzug versehen.

 

Das Fahrzeug:

Da das von mir verwendete Modell bereits ausführlich in einem Baubericht in Ausgabe 11/06 beschrieben wurde, soll an dieser Stelle nur das Allernötigste erwähnt werden: Das Modell von Dragon wurde weitgehend aus der Schachtel gebaut und lediglich im Innenraum durch kleine Eigenbauten ergänzt, zudem wurden Werkzeughalter aus Ätzteilen verwendet. Den Lenkeinschlag habe ich durch Umbau des Fahrwerks dargestellt, um dem Modell etwas mehr Leben zu verleihen. Im Innenraum befindet sich eine Fahrerfigur, die aus verschiedenen Dragonfiguren in Eigenarbeit erstellt wurde. Das Fahrzeug trägt die werkseitige Grundlackierung in Oxidrot und Dunkelgelb und hat lediglich weiße Streifen hinzubekommen, wie sie gelegentlich bei Fahrzeugen im April 1945 zu sehen waren. Dem Untergrund entsprechend wurde das Fahrzeug mit Pastellkreide und MIG Pigmenten eingestaubt.

 

Die Figuren:

Die Crew des Panzerspähwagens besteht aus je 2 Dragon und Tamiya Figuren, wobei der Fahrer eine umgearbeitete Fahrerfigur des Sd.Kfz.250/3 von Dragon ist. Die anderen drei Figuren stammen aus den Figurensätzen „Achtung Jabo“ (Dragon 6191), „German Tank Crew at Rest“ (Tamiya 35201) und dem Bausatz des Flakpanzers „Möbelwagen“ von Tamiya.

Die vorbeiziehenden Grenadiere sind ebenfalls aus verschiedenen Figurensätzen und entstammen den Sets „Battle of the Hedgerows 1944“ (Dragon 6240), „HG Division Anzio 1944“ (Dragon 6158) und „German MG Crew on Manöver“ (Tamiya 35184)

Alle Figuren erhielten Resinköpfe von Hornet bzw. Warriors, Ätzteile für die Schulterklappen und Orden von LionRoar und Dragon, sowie Decals von Verlinden für die Ärmelbänder und Abzeichen. Aufgewertet wurden die Grenadiere mit Riemen für Waffen und Ausrüstung aus Alufolie. Die Helme mit Innenleben sind von Jaguar.

Die Bemalung der Figuren erfolgte mit Acrylfarben als Grundierung und mehreren Durchgängen mit Ölfarbe, um die Schattierungen herauszuarbeiten. Details wurden mit Revell, Testors und Humbrol-Farben bemalt, zuvor erfolgte eine Versiegelung mit Acryllack. Mit MIG Pigmenten wurden die Figuren dem Diorama angepasst und erhielten eine abschließende Schicht mit Mattlack. Die Maserung der Gewehre wurde erzielt, indem die Holzteile mit hellbrauner Acrylgrundierung bemalt und anschließend mit Ölfarbe lackiert wurden. In die Ölfarbe wurde dann mit einem harten Pinsel die Maserung eingeritzt.

 

Fazit:

Meinen ersten Versuch einer Stadt-Szenerie sehe ich als durchaus gelungen an. Die (fast) fertigen Gipsdioramen und Gebäude sind ein einfacher und meist recht günstiger Weg, eine Stadt-Szene darzustellen, daher würde ich auch beim nächsten mal auf Gips-Bausätze zurückgreifen.

Ebenso werde ich zukünftig dieselbe Methode zur Darstellung der Trümmer anwenden, da sie mir als die beste und schnellste erscheint.

Der Panzerspähwagen kommt nun endlich so zur Geltung, wie ich mir das vorgestellt habe und wirkt mit dem Diorama noch lebendiger.


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